|
Einkommen und Armut in Berlin TOPOS-Studie belegt: Ost-West-Unterschiede stabilisieren sich / |
||
![]() |
Das Berliner Sozialforschungsinstitut TOPOS Stadtforschung (Projektleiter: Sigmar Gude, Mitarbeiter: Lutz Deutz, Michael Häfelinger, Alexandra Hoorn) hat eine Untersuchung über Einkommensverhältnisse und Armut in Berlin auf Basis der jährlich vom Statistischen Landesamt durchgeführten Mikrozensuserhebung abgeschlossen. Als wesentliche Ergebnisse ergaben sich: - Berlin hat gegenüber westdeutschen Ballungsgebieten eine deutlich schlechtere, gegenüber ostdeutschen Großstädten eine bessere Einkommenssituation. - Der Einkommensabstand zwischen Ost- und Westberlin beträgt ca. 6%. Die kontinuierliche Annäherung zwischen beiden Stadthälften, die es in den 90ern gegeben hat, scheint an ihr Ende gekommen zu sein. - Das beste Einkommen haben im Durchschnitt die Paare ohne Kinder mit fast 20% über dem Berliner Mittel, das geringste die Alleinerziehenden, die über 20% unterhalb des gesamtberliner Einkommensniveaus liegen. - Noch gravierender ist die Einkommensschere zwischen deutschen und ausländischen Haushalten. Das Einkommen der letzteren ist über 40% geringer als das der Deutschen. - Die Einkommenssituation alter Menschen unterscheidet sich zur Zeit nur geringfügig von der der Jüngeren. - 300.000 Berliner (9%) sind arm. Darunter sind 75.000 Kinder. - Das höchste Armutsrisiko haben Alleinerziehende und Haushalte mit mehreren Kindern. - Der Unterschied in der Einkommensstruktur zwischen dem Ost- und Westteil Berlins liegt nicht in einer höheren Armutsquote im Osten, sondern in mehr Reichen im Westen. - Die Armut unter den Ausländern ist sehr viel höher als unter den Deutschen. 7% der deutschen Haushalte, aber 27,5% der ausländischen leben in Armut. - Kinder haben eine höhere Armutsrate als Erwachsene. Besonders gravierend sind die ausländischen Kinder betroffen: 37% leben in Armut, weitere 41% in armutsnahen, ‚prekären' Einkommensverhältnissen. - Die Mietbelastung der Berliner ist in den letzten Jahren in beiden Stadthälften schnell angestiegen. Ein Viertel der Mieter, die in den letzten Jahren eine Wohnung neu bezogen haben, muss schon mehr als 40% des Einkommens für die Miete aufbringen. Die wichtigsten Ergebnisse in den alten und neuen Bezirken: - Entgegen der allgemeinen Erwartung haben die Westberliner Außenbezirke wie Steglitz, Reinickendorf oder Zehlendorf unterdurchschnittlich an Einkommen zugelegt. Besonders große Einkommenszuwächse verzeichneten die Ostberliner Innenstadtbezirke wie Prenzlauer Berg und Friedrichshain. - Der ärmste Bezirk der neuen Berliner Großbezirke ist der ‚Regierungsbezirk' Mitte. Friedrichshain-Kreuzberg, der zumeist als der ärmste Bezirk angesehen wurde, hat besonders stark an Einkommen zugelegt und liegt jetzt noch vor Neukölln auf dem drittletzten Platz. - Der reichste Bezirk ist der ‚alte Berliner Westen' Charlottenburg-Wilmersdorf. Auch an dieser Stelle war ein anderer Bezirk erwartet worden: Steglitz-Zehlendorf liegt knapp dahinter auf dem 2. Platz. - Der Unterschied zwischen den reichen und den armen Bezirken hat nicht zu, sondern abgenommen. Zur Zeit kann man in Berlin nicht von einer verstärkten Segregationsentwicklung sprechen. Die gesamte Untersuchung kann bei TOPOS über e-mail (mail@topos-planung.de) oder Fax (030 / 864 90 413) für 69,60 DM bestellt werden. TOPOS Sigmar Gude Badensche Straße 29 10715 Berlin Tel. (030) 864 904-0 [Pressemitteilung zur Pressekonferenz am 17.05.2001] |
|
|
|
Seitenanfang
|